Das schöne Wetter macht uns den Abschied von Schottland echt schwer. Ok, dann nehmen wir die Sonne eben mit nach Nordirland. Rathlin Island ist schon in Sicht, eine vorgelagerte Insel vor Ballycastle. Sean, ein guter Freund hier oben im Norden Irlands, hat uns in der Marina von Ballycastle angekündigt und erwartet uns schon auf der Pier. Wir sind in Irland!!! Bei Tee und Kaffee schnacken wir über vergangene Zeiten, über aktuelles und zukünftiges. Dann fahren wir gemeinsam zum Essen nach Coleraine. Wunderbar, alte Freunde wiederzutreffen.
Weiter nach Süden. Die vorhergesagten 10 Knoten Wind sind beim Ablegen gleich wieder das Doppelte, auflandig natürlich. Aber die Windrichtung ist ideal, wir setzen das Großsegel und den Klüver. Und dann ist plötzlich der Wind wieder eingeschlafen. Mit 5 Knoten kommen wir nicht voran. Also ist heute mal wieder Jan an der Reihe (die Backbordmaschine) und wir segelmotoren gemütlich durch den Sound of Jura zur Insel Gigha. Der Plan, eine Mooring zu fischen, ist ein guter. Aber der Wind macht das Manöver mit bis zu 25 Knoten zu einer echten Herausforderung. Nun wollten wir eigentlich ins Boathouse, ein leckeres Restaurant am Beach. Das Schlauchboot ist repariert, jetzt will der Außenborder nicht starten. Drei!!! drei Leckstellen am Benzinschlauch! Alle Reparaturversuche waren erfolglos. Also Tisch im Restaurant absagen. Heute gibt’s leckere Nudeln mit einer Soße aus dem Glas. Da Nudeln ja bekanntlich glücklich machen, ist das auch ok. Ach übrigens: der Wind ist eingeschlafen.
Wir hatten eine tolle Zeit mit dem TO-Stützpunktleiter Chris Booth und seiner Frau in Craobh. Gemeinsam frühstücken, Tee trinken, grillen, Boot fahren. Wir hatten viel Spaß und viel zu erzählen. Bei passender Tide geht es ein kleines Stück weiter südwärts nach Ardfern. Wechselndes Wetter heute: morgens Regen, dicke Wolken, nachmittags bis zu 27 Knoten Wind und Sonnenschein.
Von Oban geht es weiter nach Süden. Wunderschöne Landschaft. Vorbei an alten Gemäuern, grünen Berghängen, kleinen Orten. Die Hängematten sind geriggt und wir genießen den Sommer in Schottland. Wir laufen ein nach Craobh. Dort wartet schon Chris mit seiner Frau auf uns. Er ist Trans-Ocean Stützpunktleiter in NW Schottland, macht tolle Fotos von Heimkehr und nimmt unsere Leinen an. So schön, auf der ganzen Welt Freunde zu haben. Das Wasser ist herrlich, sogar der Skipper springt rein! Und die Sonne geht unter hinter der Isle of Mull.
Nun mussten wir noch einen Flicken aufbringen, nachdem die erste Reparatur am Schlauchboot nicht so gut gelungen war. Jetzt hoffen wir, dass morgen alles stramm ist.
ist gar nicht oben, sondern am unteren Ende des Caledonian Canals.
Friedlicher Morgen in Corpach. Wir legen ab bei keinem Wind, aber hinter der ersten Kurve im Loch Linnhe bläst es uns dann gleich mit 15 Knoten direkt auf die Nase. Also Maschinenfahrt. Da Olaf weniger Stunden auf der Uhr hat als Jan, ist also heute die Steuerbord-Maschine dran.
Am Ufer liegen zwei Schiffswracks. Beeindruckend, aber auch ein trauriger Anblick. Wir passieren die Engstelle beim Leuchtturm Corran Point. Hier herrscht tüchtiger Strom. Wir haben unsere Abfahrtszeit so gelegt, dass wir mit der mitlaufenden Tide fahren, um an dieser engen Stelle nicht rückwärts zu fahren. Strom gegen Wind tut sein übriges, kennen wir ja von der Elbe. Wir laufen ein nach Oban im Westen Schottlands und machen im Harbour an der North Pier fest. Eine schöne Küstenstadt mit alten Häusern, Fischkuttern, tollen Restaurants und ganz viel Seafood. Bei einer kleine Bude am Hafen werden die Muscheln auf der Pier gekocht und es gibt alles von Hummer über Jacobsmuschen, Austern, Garnelen, bis Krabben & Co. Man sitzt auf Holzbänken oder steht an Tischen, immer unter Beobachtung der Möwen, und genießt beim Blick über die Bucht seine Meeresfrüchte vom Pappteller. Genial!
Der Neptuns Staircase Schleusenflight ist mit seinen 8 Schleusen ganz schön anstrengend. Auf einer Länge von ca. 500 m werden wir 20 m runtergeschleust. Die Schleusencrew des Caledonian Canals ist total nett. Sie strahlen eine Ruhe aus, die sofort beruhigt. Zumal wir mit einer 22 m langen und 6 m breiten Motoryacht und einer 16 m langen Segelyacht in die 45 m langen und 9 m breiten Schleusen als letztes Boot einfahren mussten. Das war eng. Aber es hat alles prima geklappt. Dann folgten noch zwei Drehbrücken. Die Straßendrehbrücke und die Eisenbahnbrücke, über die gerade der Jacobite Steam Train, besser bekannt als Hogwarts-Express, fuhr. Nach der Doppelschleuse in Corpach war dann erstmal Feierabend im Corpach Basin. Ein schöner Liegeplatz mit Ben Nevis, dem höchsten Berg in UK mit 1345 m, im Hintergrund. Kleine Fahrradtour zu der alten Kirche Kilmallie und dem alten Friedhof tut den faulen Seglerbeinen gut. Die letzte Schleuse, die Seeschleuse in Corpach, wollte es uns dann doch nochmal zeigen. Allerdings lag es am Wind, der nachmittags auffrischte und es sehr schwierig machte, in der Schleusenkammer an- und wieder abzulegen. Auch das Anlegemanöver in der Thomas Telford Corpach Marina hinter der Schleuse war eine Herausforderung, Wind und Strom wollten uns nicht an die Pier lassen. Aber der Skipper beherrscht sein Schiff. Neuer Anlauf und alles passt.
Schluss mit gemütlicher Kanalfahrt – jetzt haben wir wieder mit Wetter, Tide, Strom und Salzwasser zu tun.
Heute ganz gemütlich: nur 2 Schleusen, die Laggan Locks und die Gairlochy Lock, und 2 Drehbrücken in Gairlochy und Moy passiert. Wunderschöne Strecke durch Loch Lochy und das anschließende Kanalstück. Zwischendurch gibt’s auch mal einen leichten Regenschauer. Muss ja auch, sonst wäre es hier nicht so unglaublich grün. Wir erreichen Banavie, das Top Basin, bevor es in Neptuns Staircase geht. Das sind 8 Schleusenkammern hintereinander. Auf einer Länge von ca. 500 m geht es insgesamt 20 m abwärts. Ein beeindruckendes Bauwerk. Wir sind gespannt auf unseren “Flight”. Von hier sieht man den Ben Nevis, den mit 1345 m höchsten Berg Englands, in den schottischen Highland.
Im Caledonian Canal. 14 Schleusen und 7 Brücken haben wir hinter uns. 15 Schleusen und 4 Brücken liegen noch vor uns. Wir sind nach einer wunderschönen Fahrt im Loch Oich, dem Scheitelpunkt des Caledonian Canals angekommen. Wir sind jetzt 32 m über dem Meeresspiegel, dem höchsten Punkt des Kanals. Ab jetzt geht’s “bergab”. Wir machen vor den Laggan Locks fest. Das hat einen besonderen Grund. Hier liegt das Eagle Barge Inn, ein schwimmendes Restaurant mit einer urigen Bar. Einfach nur cool.
Ansonsten: All’s well on board – der Skipper und sin fru