Das wilde Leben unter der Winterplane!
Von wegen! Unter der Persenning tobt das Leben! Wir sind kräftig dabei,Heimkehr für die größte aller unserer bisherigen Reisen klar zu machen. Zuerst hat Leni die Abgasrohre isoliert. Die haben als erstes Stück einen guten Meter heißes Rohr (bis etwa 300 Grad). Dann wird unter der Maschinenraumdecke Seewasser beigemischt und dannach ist das Abgas nur noch etwa 30 Grad warm. Durch diese gewaltige Temperatursenkung reduziert sich das Abgasvoloumen und frisst damit den Explosionsknall aus dem Verbrennungsraum. So, dieses erste Stück bringt viel Wärme in die Maschinenräume. Deswegen hat Leni sie tüchtig eingewickelt. Mit Glasgewebe und selbstklebender Alufolie. Allerdings sind auch die Motoren natürlich ordentliche Heizkörper. Ne halbe Tonne Eisen mit 80 bis 90 Grad heizen auch, nur das können wir nicht ändern. Wir richten uns damit auf höhere Außentemperaturen ein. Wenn’s draussen 40 Grad sind, kühlt’s nicht so gut wie bei unseren nordischen 20. Die Motorenkühlung haben wir weitsichtigerweise auf 35 Grad Außenwassertemperatur ausgelegt. Schlau was ?
Sea u Bert
Iss er nich schön, der isolierte Auspuff?
Schwester Marlene verbindet den Auspuff.
Voll cool
Ja, und das verdammte Deck. Unser Deck ist für Yachtverhältnisse ungeheuer dick mit gut 40 mm. Leider wie manche Menschen nicht ganz dicht. Es ist aus Kamballa, ein hartes Holz, das auch kalkhaltig ist. Dies verträgt sich offensichtlich nicht mit dem Sikaflex, das sich in den Decksnähten befindet. Also fräsen wir alle Nähte auf 8×8 mm aus. Das möglichst so, dass auf jeder der 3 Seiten der Fuge ein Span abgehoben wird. Eine irre Arbeit. Das bei den Temperaturen, die man und Frau auf dem Schneebild erahnen kann. Über kuschelige 2 Grad wird’s selten. Wenn alle Fugenmasse raus ist, kommt neues Zeug hinein, wahrscheinlich WKT. Damit haben wir mit der alten Heimkehr beste Langzeit-Erfahrungen gemacht. Seit 30 Jahren ist es drin in den Nähten und niemals nachgearbeitet worden. Da WKT silikonhaltig ist, darf es aber nicht mit den lackierten Aufbauten in Berührung kommen. Das kompliziert die Sache. Wir arbeiten dran. Auch bei Scheißkälte. sea u bert
Winterruhe???? Nix da, unter der Plane tobt das Leben!
Erstmal Führungsbrett halbmillimetergenau aufnageln und dann vorsichtig fräsen
Eine umgebaute Fräse folgt der alten Naht
Entscheidung im Morgengrauen!
Es war ein ewiges hin und her. Eigentlich schon seit Jahren. In diesem Jahr natürlich besonders. Worum geht’s? Es geht um die Entscheidung über den Antlantik in die Karibik zu segeln, oder eben nicht. Nun ist es für uns klar: Wir machen das. Am 22.November 2009 werden wir mit dem ARC www.worldcruising.com/arc/ aus Las Palmas auf Gran Canaria auslaufen, und wenn alles gut gegangen ist, Weihnachten in St. Lucia sein. Der ARC – Atlantic Rally for Cruisers – segelt jedes Jahr um die Zeit da rüber. Außer, das es ‘ne Menge Geld kostet, hat es noch den Vorteil, dass wir dann zusammen mit 225 anderen Yachten losschippern. Dieses Feld ist dennoch winzig, denn es wird sich über die Distanz von 2850 Seemeilen, entsprechend 5000 km, weit auseinanderziehen. Wir werden mit unserem 42tonner Fischkutter im Verhältnis zu modernen Yachten zu den ganz langsamen gehören. übrigens, 5000km ist auch die Entfernung von Hamburg nach Dubai oder Novosibirsk. Da sind wir nun auf der Entryliste im Internet: www.worldcruising.com/arc/entries.aspx Marlene will da nur deswegen rüber, weil’s zur Begrüßung einen Obstkorb gibt. Ich, weil dieser von karibischen Schönheiten überreicht wird. Das wird natürlich eine erhebliche Herausforderung uns. Aber was nützt das, wenn man (und Frau) sein Leben lang davon geträumt hat, dann muss man es auch mal machen. Wir glauben, dass wir langfristig nicht gesünder und mutiger werden. Also: Wer nicht anfängt wird nicht fertig! Nun müssen wir’s nur noch tun. Sea u Bert
Lass Deiner Phantasie keine Grenzen setzen!
Schiffsnamen drücken Träume und Wünsche der Eigner aus. Heimkehr ist ein traditioneller Name für Fischkutter an der Küste. Aber auch Yachten haben manchmal coole Schriften am Heck.  Wie wäre es denn mit   – Heaven can wait -  oder – Always Friday - ?
Sea u Bert