Leni versucht ihn am Leben zu halten. Aber er ist pingelig und mag kein Salzwasser.
Es sieht immer so harmlos aus…
Eine der wenigen Begegnungen.
Hoch das Bein!
Blechnapf.
Frühstück.
Alles ist in einer Box, im Seegang eine große Hilfe. Jeden Morgen ein schicker Obstteller. Macht Leni.
Abschied Terceira.
Netz in der Schraube? – Land in Sicht!
In See, Biskaya. Noch 8 Meilen bis zum Ansteuerungs-Wegpunt, noch 17 Meilen bis zum ersten Baguette. Wir haben die stark befahrene ‘Autobahn’ verlassen, haben die Ausfahrt nach Camaret-sur-Mer genommen. Lassen die großen Pötte, die Richtung Englischen Kanal laufen oder von dort kommen, hinter uns. Plötzlich ein klopfendes Geräusch an Backbord, ein rhythmisches Schlagen unterm Schiff, an der Welle, an der Schraube? Was ist das? Bert kramt sein Hörrohr raus (ein hochtechnisches Gerät in Form eines Holzstabes mit knopfähnlicher Verdickung am Ende), horcht am Lager und am Getriebe. Oha, jetzt nicht noch einen Schaden so kurz vorm Ziel. Der Vergleichshörtest mit Lager und Getriebe an Steuerboard ist eindeutig: da stimmt was nicht. Maschine stop, abhören, Maschine rückwärts, abhören, Maschine vorwärts, abhören. Beim Einkuppeln in den Rückwärtsgang poltert und rumpelt es tüchtig. Hatten wir etwas in der Schraube? Das Geräusch ist weg, zu sehen ist achteraus nichts. Es könnten noch Reste von einem Netz oder ähnlich in der Schraube sein, denn manchmal ist das Klopfen wieder da. Zu dunkel zum Tauchen. Wir dampfen weiter. ___/)___ Die letzte Nachtwache. Fast kommt bei mir Wehmut auf. Bei so ruhigem Wetter könnte ich wer weiß wo hinschippern. Die ersten Feuer kommen in Sicht. Untiefentonnen, Leuchtfeuer, überall blinkt es. Nach 9 Tagen großes weites Meer auf eine unbekannte Küste zuzufahren ist schon spannend. Jetzt heißt es wieder, die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser, die Gezeitenströme zu kennen. Lese im ‘Reeds’, der nautischen Bibel für die Seefahrer, nach. Da steht wirklich alles drin, ist sowas wie das Internet an Bord, wenn kein WLAN zur Verfügung steht. Erster Funkkontakt mit Frankreich. Die Funkerin von der Station L’Iroise will wissen, wer-woher-wohin. Rötlich-gelb-blauer Himmel über der Bretagne. Das ablaufende Wasser kommt uns entgegen, bremst unsere Fahrt. Macht nichts, wir wollen sowieso im Hellen einlaufen. Dann kommen wir eben eine Viertelstunde später in der Bretagne an. Die französische Gastlandsflagge ist gesetzt. Die Sonne geht auf. Erste Felsen sind zu erkennen. Ein gutes Gefühl. Geschafft. All’s well on board – Marlene
Großreinschiff.
In See, Biskaya. Heute und auch schon gestern haben wir Heimkehr von innen blitzeblank gemacht. Jede Ecke ausgewischt und geputzt. Nun können wir einlaufen. Morgen früh, so bei 8 Uhr, deutscher Zeit. Ein Mail vom Hafen haben wir auch schon, Platz genug. Gute Nachricht. Zur Einstimmung haben wir heute Abend gebratene Austern aus der Dose gegessen. Die gibt es bei Aldi in USA. War gar nicht übel. Lecker. Das Wetter ist Hochsommer like. Keine Wolke am Himmel, Windstille. Der Ozean will alles wieder gutmachen. Nur segeln können wir ohne Wind natürlich nicht. So hat Leni eines ihrer Pferde angespannt und wir laufen mit 5 Knoten auf Camaret zu. Noch 52 Meilen. Sea u Bert
Feiertag.
In See, Biskaya. 13.688 Seemeilen (25.000 Kilometer) seit Oberndorf. Ein aufregender Moment: es ist 12 Uhr mittags, wir stehen auf der Position 47°36′ Nord und 06°35′ West. Vor genau zwei Jahren und einem Tag waren wir schon einmal hier, auf genau dieser Position. Wir haben also gerade unser Kielwasser gekreuzt, ein für uns ganz wichtiger Moment. Wir haben mit dem eigenen Schiff den Atlantik umrundet, unser Lebenstraum ist wahr geworden. Haben ein starkes und sicheres Schiff gebaut, gut ausgerüstet und all unseren Mut zusammengenommen, vertraute Gewässer, Familie, Freunde und Oberndorf verlassen, haben losgelassen und sind in die Welt gesegelt. Wir hatten viel gutes und selten schlechtes Wetter. Unterwegs haben wir viele Menschen unterschiedlichster Kulturen kennengelernt und viele Freunde gefunden. Die Plätze, an denen wir länger waren und eintauchen konnten in das normale Leben an Land, haben uns nachhaltig beeindruckt und werden wohl immer das Besondere bleiben. Wir hatten auch Heimweh, haben Urlaub von HEIMKEHR gemacht und sind nach Hause geflogen. Um dann mit Freude festzustellen, dass es in Oberndorf am Schönsten ist. Wir sind angefüllt mit so vielen Erlebnissen, Erfahrungen, haben so viel gelernt, das kann uns niemand mehr nehmen. Von dieser Reise werden wir uns dann noch erzählen, wenn wir alt und grau auf der Bank auf dem Ostedeich sitzen “… weißt Du noch, damals…”. Sea u Marlene und Bert