Traumsegeln nach Ebeltoft

Wir konnten uns schwer trennen von Hjelm. Diese Insel ist einfach zu schoen. Erstmal tauchend Seepocken vom Schiffsbauch abgekratzt. Dazu gibt es ein Spezialwerkzeug, einen Aluminium-Pfannenwender Marke Erika. Das Wasser inzwischen tropisch heiss, 19 Grad. Der erwanderte Leuchtturm hat den alpin anmutenden Anstieg mit einem herrlichen Rundblick belohnt. Das 6tausnste Bild vom Schiff und diverse vom Leuchtturm werden in Form von Nullen und Einsen auf den Chip gebeamt. Ship auf Chip. Alles klar? Der Weg nach Ebeltoft war traumhaftes segeln. Das Hoch ‘Rolf’ beschert uns blauen Himmel bis zum Horizont. Heute kein Rezept, es gab Scholle im Restaurant. Ich war ganz verrueckt auf die Kartoffeln. Leider auch auf die Buttersoße.
Morgen soll endlich das neue Passatsegel probiert werden. Dazu brauchen wir achterlichen Wind. Wenn der nun aus Sueden kaeme, muessten wir zurück nach Norwegen. Dann kommen wir drei Wochen spaeter nach Hause. Aber in einem grossen Hoch pustet der Wind meist aus Ost. Das wird ‘Rolf’ auch tun. Sea u bert

Hjelm

Mini Insel, ein Bauernhof, ein Leuchturm, ein Flaggenmast mit grosser daenischer Flagge. Wollte schon immer mal hier ankern, heute ist der Wind nett zu uns. Ausserdem kann man hier leicht ablaufen, auch wenn’s heute Nacht ungemuetlich werden sollte. Heute morgen erstmal Programmverbiesterung im Kartenplotter. Da wo’s flach und damit wichtig wurde, stieg er aus. Das schoene Wort Verbiesterung stammt von meinem daenischen Freund Gerner, es gibt alle moeglichen Verbiesterungen: Terminverbiesterung, Wegverbiesterung, und eben Programmverbiesterung. Niedliches Wort, nicht? Selbst serioes erscheinende EDV-Leute benutzen es schon. Ich immer.
Der Leuchtturm Hjelm hat hier direkt vor uns soeben seine Arbeit aufgenommen. Ein Lichtblink, der alle 8 Sekunden wiederkehrt. Seit 1855 steht der hier und und tut das. Ein trutziger weisser Steinturm, der oben auf der Insel steht, wie die Kirsche auf der Torte. Wenn das Wetter morgen frueh auch noch nett ist, versuchen wir mal, da rauf zu kommen. Das naechste Leuchtfeuer eins weiter nach Westen heisst uebrigens Hasenoer, auch nett, oder? Heute Mittag gabs Hochseenudeln yam yam, eine Tuetensache aus dem Asia Shop, relativ lecker, scharf und bei jedem Wetter zu Kochen. Werd ich auf der Rezeptseite beschreiben. Heute abend Reubensandwich, Brot, mit Corned Beef, darauf Sauerkraut, mit Käse ueberbacken. Christians liebste Kutterspeise. Da er nun nicht hier ist, hab ich es mit dem nach ihm benannten Kraut gewuerzt. Baerlauch. Angelversuche blieben Versuche, bis auf einen hochattraktiven Schlangenseestern an Marlenes Angel. Morgen weiter Richtung Kolding, vieleicht Aebeloe, Hauptsache segeln.
Na hier passiert doch was. Schon in ziemlicher Dunkelheit, kommt ein grosser Hubschrauber, fliegt in Masthoehe um uns herum, landet, zwei Mann steigen bei laufenden Rotoren kurz aus, bald wieder ein, Start und weg. Was haben die da gemacht? Durch unsere Fernglaeser war es eindeutig zu sehen: Es war eine Pinkelpause! Sea u Bert

Grenaa Daenemark

Endlich sind wir mal ein ordentliches Stueck gesegelt. Von Anholt, dessen karibisch gruenes Wasser uns zunaechst noch zum Bleiben verfuehren wollte, nach Grenaa auf Juetland. Ein Stueckchen noerdlich ist der bekannte Leuchtturm Fornaes, der in jedem Seewetterbericht bei den Stationsmeldungen vorkommt. Hier in Grenaa gibt es auch eine der groessten Abwrackwerften Europas. Es ist furchtbar, wie mit grossen hydraulischen Scheren, Dinosauriern gleich, schoene alte oder auch voellig intakte moderne Schiffe zerbissen werden. Fuer einen Seemann ein Graus. Modernste Fischdampfer, noch nicht 10 Jahre alt, muessen aufgrund von Fischereiquotenregelungen sterben, ich werde das nie begreifen. Auch hunderte gute, starke Holzkutter sind hier in den letzten zwei Jahren geschlachtet worden. Skagen hatte noch vor ein paar Jahren ueber 100 Kutter. Heute von der Sorte nur noch zehn.
Segeln so wie heute ist erholsam. Der Wind bestimmt, sonst niemand. Heute abend gibt’s nix. Eine Kugel Eis. Mittags gab’s Thai Suppe aus drei verschiedenen Dosen, mit Ingwer und Gefluegelwurst angepeppt. Ach so, einen Zitronenkuchen hab ich gebacken, wenn ich ihn etwas frueher aus dem Ofen genommen haette, waere er auch oben nicht so schwarz geworden. Komisch das die Rauchmelder nicht gepiept haben. Dazu Cafe Latte mit richtig geschaeumter Milch aus unserer Tchibo Espressomaschine. Cool nicht? Morgen weiter nach Sueden, mal gucken wie weit.