Flekkefjord

…..ist nicht gerade eine Großstadt, wohl eher ein Flecken. Naja morgen frueh mal gucken, wenn die alle wieder aufgestanden sind. Im Moment sind wohl alle zu Hause. Weit war es nicht hierher, so 2 Stunden von Ana-Sira. Zur Abwechslung mal wieder eine Nacht in einem Hafen. Auf dem Weg haben wir erstmals das neue Passatsegel gesetzt. Riesenfummelei, ganz schön schwer und viele Strippen. Als es dann endlich oben war, war der Wind weg, denn da waren wir schon im Fjord. Passatsegel sind zwei relativ grosse Segel, die vor dem Wind, ganz vorne gesetzt werden. Bei uns ein zweites fliegend gesetztes Klueversegel. Die Schoten werden ueber zwei Passatbaeume gefahren. Heute abend gabs Rindfleischstreifen in Teriyaki-Soße mariniert, mit Zwiebeln und Kichererbsen (konnte die Dose mit Erbsen nicht finden) und alles zusammen in der Pfanne gegart. Dann Soyasosse dazu und etwas Kokosmilch. Basmatireis aus dem tollen Reiskocher(gibts in Deutschland gerade bei Lidl).Wo es morgen hingeht, wissen wir noch nicht. Mal sehen. Sea U – Bert

Ana-Sira

……klingt doch wie ein huebsches Maedchen, oder? Viele behaupten, in Norwegen gaebe es die Huebschesten in Europa. Ich gehoerte bis letzte Woche auch zu denen, bis Silvie van der Vaart in Hamburg an unserem Kutter vorbeilief, die haben da Fotos für den Otto Katalog gemacht. Also: Ana-Sira ist ein Mini-Fjord an der Westseite Suednorwegens, etwas ueber Lista und Flekkefjord. Den haben wir im letzten Jahr auf der Rueckreise von Bergen entdeckt. Ein Bilderbuch-Fjordchen, steile Felsen, schmal, grüne Wiesen, rote Haeuser und die Schafe tragen Kuhglocken und bimmeln den ganzen Tag damit rum. Das Dorf am Ende des Fjords ist in drei Minuten umrundet,immerhin es gibt einen kleinen Laden, an dem uns nur das Eis interessiert hat. Wir liegen vor Anker vor einigen huebschen roten Haeusern, seit 9 Uhr heute morgen. Wir sind also nach 39 Stunden angekommen. Kleines Excitement heute Nacht so um 4. Ein Wassermelder (cooles Teil, gibt’s fuer 6 Euro bei Conrad) machte hochfrequentes Gejaule, und zwar mit Recht. Seewasser in der Getraenkelast, weil ich den Seewasserhahn am Urinal (Pinkelbecken) nicht ordentlich zugedreht hatte. Aufgrund dieser Quelle hatte ich leider keine Chance, die Schuld Marlene zuzuschieben. Es lief bis der Tank voll war und dann eben ueber. Mist. Zum Fruehstueck nach dem Ankern gabs dann Rührei mit Tomaten auf frischem Ciabatta, das ich in meiner Nachtwache gebacken habe. Das verteibt die Zeit und riecht morgens so gut im Schiff. Heute abend kalorienfreundliches Steak und Salat aus Helgolaender Vorrat. Fair winds
Bild: Ana Sira (morgens verschleiert)

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Auf der kleinen Fischerbank..

…..sass kein einziger Fischer, obwohl ich gleich zwei Kollegen habe die Thomas Fischer heissen. Diese hier ist ein Seegebiet westlich vom nördlichen Juetland. Endlich segeln wir, obwohl ziemlich langsam. 4 Knoten bei um 9 Knoten Wind. Mehr ist bei dem Wind mit unserem 40-tonner Diesel nicht drin. Die rechnerische Ankunftszeit ist damit von morgen frueh um 5 auf morgen 17Uhr gerutscht. Weil es auf Helgoland bei Engel super Rinderfilet gibt, gab’s heute Curry – Beef. Lecker. Leider haben die Delphine uns wie in den beiden letzten Jahren geschehen uns noch nicht besucht. Wir warten. Dafür haben wir den ganzen Tag an der Kurzwellenanlage herumgefummelt, Die bekam keine Verbindung nach Belgien, den da steht die Europaeische Station von Sailmail. Aber Marlene hat’s gefunden, und nun koennen wir wieder in der Welt herummailen. Dieses ruhige Segeln macht irgendwie ruhig, eigenartig fremdes Gefuehl so ganz ohne zack zack?!

Nachtwache in der Nordsee

Hier ist die Abloesung. Ganz gut geschlafen, ab und zu laute Musik. Bert macht da oben Party…. Gutes Zeichen, dann geht es ihm gut. Komme an Deck, draussen ist es dunkel, Sternenhimmel. Erst einmal unheimlich, so in die dunkle Nacht zu fahren. Wir haben Kluever, Gross und Besan gesetzt und laufen zusaetzlich unter Maschine. Der Wind ist mit 6 Knoten noch etwas schwach fuer unser schweres Schiff. Oha, drei Kontakte auf dem Radar, aber 6 Meilen entfernt ist ok. Draussen sind 17°, die See ist mittlerweile ertraeglich (oder habe mich dran gewoehnt), Kakao, gute Musik von den Tapes von frueher. Meine kleine Welt ist ueberschaubar und in Ordnung. Noch 1 Stunde, dann ist Wachwechsel. Wir wechseln alle 4 Stunden. Im Osten kommt ganz langsam der Tag, eine Andeutung von Licht. Haben leichten Gegenstrom, aber dafür legt der Wind etwas zu. Und auf dem Radar ein Verfolger im konstanten Abstand von ca. 2 Meilen. Noch 15 Meilen bis zu unserem naechsten Wegpunkt Horns Rev auf der Hoehe von Esbjerg. Ab und zu Funkverkehr, Wellenrauschen, gute Musik. Und der Autopilot arbeitet einwandfrei, seit dem wir die Kohlebürsten ab und zu mit Pressluft ausblasen. Da setzt sich gerne mal Kohlenstaub ab.
Marlene

Helgoland-Ana Sira in See

Hundemuede. Und das schon in der ersten Nacht.40meilen sind geschafft nach Norden, 250 kommen noch. Bis zur Abloesung noch 35 Minuten. Scheint ewig. Seit Helgo hab ich zwei Schiffe gesehen, ein Boerteboot mit meinem Pfundskumpel Peter Meinecke drin und einen Containerfrachter. Ende. Auch auf dem Radar 12 meilen weit nix. Schulmaessiger Sonnenuntergang mit green flash. Den sundowner haben wir vergessen, es hat elendig gewackelt. Alte Duenung von gestern und fast kein Wind. Beide Diesel laufen artig vor sich hin, Bugwelle hat Meerleuchten. Zum Abendbrot gab’s Brot mit Mortadella. Reste von den Parties in Hamburg. Für die Ohren gibt’s i Pod Mucke, alt rockig und laut. Jetzt sinds nur noch 25 Minuten cool – dann gehe ich schlafen. Bis fuenf vor fuenf

Nochmal Helgoland

Das beste an Helgoland ist Meyer. Meyer ist der Inselbaecker. Letzter Baecker vor der englischen Kueste stand lange auf einem Schild am Hafen. Er macht einfach die weltbesten Broetchen. Das schoenste in der Nordsee ist ein Fruehstueck mit Meyer-Broetchen. Mittags briste es soweit auf, dass wir vom Ankerplatz weg mussten. Hafenmeister Peter gab uns einen feinen Platz an der Pier. Nun wissen wir wieder den ‘sicheren Hafen’ zu schaetzen. Erholung. Helgoland hat ein neues Schwimmbad mit warmem Seewasser und einer Sauna, aus der man schwitzend auf die Nordsee gucken kann. Cool. Oder besser hot! Unser neues Wetterwelt Grib-file-Programm hat unsere Auslaufzeit für morgen 16.00 Uhr festgelegt. Hoffen wir, dass der Wind sich dran haelt, was der Computer errechnet. Vorher gibt’s aber nochmal Meyer-Broetchen.

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Helgoland

Um 6 Uhr los. Ein Samt und Seide Morgen. Herrlicher Sonnenschein. Vorbei an Cuxhaven mit tuechtigem Schiebestrom, Wind kaum vorhanden, und wenn, dann von vorn. Bei Neuwerk konnten wir dem Sea Survival Training der Marine zugucken. Da werden zur Uebung immer wieder die armen Jungs ins Wasser geworfen und von einem Seaking-Hubschrauber wieder aufgefischt. Sie haben mein volles Mitgefuehl, denn ich habe dieses Training vor ungefaehr zwanzig Jahren mal miterleben duerfen. Es war ein lausiges Gefuehl, mutterseelenallein in der Nordsee zu schwimmen, bis endlich der Hubschrauber kommt.
Helgoland ist toll. Es riecht nach Ozean, hat freundliche Hafenmeister wie z.B. Peter und Ricky, und in der Bunten Kuh gibt es Pannfisch mit Senfsoße und Bratkartoffeln. Wir ankern im Vorhafen – wie schon viele Male vorher – allerdings sind wir auch schon viele Male Mitten in der Nacht vom Ankerplatz gefluechtet, weil der Wind sich nicht an unsere Urlaubsplaene gehalten hat.
Feiner Sonnenuntergang mit dem ersten Sundowner dieser Reise: Campari-Orange und Gin-Tonic. Nach den Windvorhersagen werden wir wohl erst Samstag oder Sonntag wieder auslaufen. Ein Tief stellt sich gegen unsere Plaene. Schottland wird nix. Also: Trolle statt Whisky.

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Hamburg – Glueckstadt

Um halb acht sind wir heute abend aus dem inzwischen geliebten City Sporthafen Hamburg ausgelaufen. Ausgestattet mit den besten Wuenschen fuer eine gute Reise von Robbi Hafenmeister , Barkassen Ehlers und Lenis Kollegen mit zwei Söhnen zum Winken.Laue Sommernacht mit Sonnenuntergang in Cinemascope. Hundemüde, kein wunder nach den Parties. Deswegen sind wir nun vor Anker bei Glueckstadt. Morgen frueh geht s weiter.Gute Nacht

Party Boat?

Na, da war was los, voll cool. Gestern 60 Stills und heute 25 Kuehne und Naegel. 60 Kollegen an Deck? Das muss das Boot abkoennen!? Wir haben immer aufgepasst,dass nicht alle Dicken auf einer Seite standen. Die After Work Bootsparty gibts in diesem Jahr zum dritten Mal. Jede Menge nette, fraktionsübergreifende Schnackerei, jede Menge guter Sprueche, traditionell mit italienischem Käse, Mortadella, Wein. Mit Temperaturen um 36 Grad, die selbst Inka in Bonaire staunen lassen. No Wind. Da wurde der Mineralwasserrekord mit 180 Litern gestern aufgestellt. Das war aber auch warm, whau! Es waren einfach wunderschöne Abende, laue Sommernaechte mitten im immer schicker werdenden Hamburg.
Und nu geht’s los! Morgen Abend laufen wir aus, wegen der Tide erstmal nach Glueckstadt,dort vor Anker, dann am Donnerstag weiter nach Helgoland. Aber erstmal muessen wir Mineralwasser besorgen………

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Grüße aus dem City Sporthafen Hamburg

Dies ist nun unser erster Logbucheintrag. Der Technik sei Dank ist das alles ganz einfach. Denn mit der Hilfe von Jörg und Thorsten von der Firma Yachtfunk sind wir jetzt in der Lage, völlig entspannt an Deck zu sitzen, einen Text zu verfassen, ein paar Klicks zu machen und zack – schon geht die Post ab ? Bluetooth durchs Funkgerät in die Antenne und in die Welt. Na ja, so ähnlich jedenfalls. Also, wir sind begeistert.
Seit fast drei Wochen liegen wir mit unserer Heimkehr im Hamburger Hafen bei Robby, dem Hafenmeister, bekanntlich der Beste der Welt. Innenstadt, Portugiesen-Viertel, HafenCity, alles ist zu Fuß erreichbar. Wir walken morgens vom Hafen nur an Kanälen entlang bis zur Binnenalster.
Und wir liegen in der ersten Reihe: Um uns herum haben die Yachten, die das ‘HSH Nordbank blue race’ von Newport nach Hamburg gesegelt haben, festgemacht. Alle einlaufenden Yachten wurden lautstark begrüßt mit großem Hallo, Sekt und überall fröhliche Gesichter. Wir sind beeindruckt von den Schiffen, den Crews. Abends geht’s ins Race Village auf der Kehrwiederspitze zum Essen mit Live Bands, Großbildleinwand, Segeln mit ferngesteuerten Modellyachten und natürlich Bier, Wein und zum Schluss noch Crepe mit Zimt und Zucker. Heute war die Siegerehrung und am meisten haben uns die Tränen in den Augen einiger Crews gerührt. Klasse Leistung, die Begeisterung ist riesig.
Wir haben unsere vier Wände verlassen und leben an Bord, haben unsere Bekleidung im Achterschiff (z.Z. Ankleidezimmer)und gehen vom Boot aus ins Büro. Marlene fährt fünf Minuten mit dem Fahrrad in die HafenCity, Bert muss (leider) doch das Auto nehmen, nach Billbrook ist es zu weit und es gibt auch keinen schönen Fahrradweg.
Mitte nächster Woche laufen wir aus in den Urlaub. Mal sehen, wo der Wind uns hinweht: England, Schottland, Norwegen, Schweden.
Sea U