Im Göta Kanal. Heute (Freitag) starten wir zur letzten Etappe des Schleusenmarathons. Das ist nochmal eine echte Herausforderung, denn wie ihr auf dem Foto seht, sieht man fast nix. Nebel! Es wird Herbst hier oben. Die hektischen Dänen im Konvoi drängeln vor, und wir mischen die Schleusenpartner neu. So haben wir Alex als Nachbarn, der ist süß und passt auf, das keiner zu nah kommt. Das Abwärtsschleusen geht einfacher als das Aufwärtsschleusen, weils weniger sprudelt. Ist wie in der Badewanne, da ist auch mehr Seegang, wenn das Wasser reinläuft. Einer-, Doppel-, Dreierschleusen, enge Brückendurchfahrten – heute wird die Crew wieder tüchtig gefordert. Von wegen einfach, immer wieder Überraschungen in der Schleusenkammer: Fender vertüdeln sich mit der auf Slip gelegten Leine, Überläufer türmen sich auf der Winsch und auf dem Poller (Bert hat schon das Messer parat, geht gerade nochmal gut), Leinen sperren sich und wollen nicht durch die Ringe auf der hohen Mauer laufen … und dann kommt uns vor der letzten Schleuse noch der große Kanal-Dampfer ENTGEGEN!!! Beide Maschinen volle Kraft zurück und passieren lassen. Nach der letzten Schleuse machen wir in Sjötorp kurz fest, stoßen mit der Crew aus der Schweiz auf den Göta Kanal an, trinken Kaffee und laufen ein in den Vänern See, Europas drittgrößten See. Wir fahren nach Mariestad, 11 Seemeilen südlich von Sjötorp, wo wir Julia und Marco auf die Pier stellen. Die müssen wieder back to office. Frage mich schon, wie wir ohne deren tatkräftige Unterstützung das nächste Anlegemanöver fahren sollen. Insgesamt haben wir heute 19 (neunzehn!!!) Schleusen und 10 Brücken hinter uns gelassen. Und dann noch eine auf dem Weg nach Mariestad, die war nur 18 m hoch, Heimkehrs Mast ist 17,50 m. Das war knapp. All’s well on board – Marlene