Im Göta Kanal. Heute (Donnerstag) stehen ‘nur’ zwei Schleusen auf dem Plan. Entsprechend locker gehen wir die Sache an und haben prompt Stress. Plötzlich ist die Leine zu kurz, es gibt nicht wie gewohnt einen dicken Steinpoller und alle haben Fragezeichen in den Augen. Aber irgendwie kriegen wir die Dicke an der Schleusenmauer fest und atmen erstmal durch. Dann geht es durch den wohl schönsten Teil des Göta Kanals, den Viken See, der als verwunschen und geheimnisvoll bezeichnet wird. Wir sind fasziniert von Treidelpfaden, die bis weit in den See reichen, von Mini-Inselchen mit einem Bäumchen drauf und schmalen, steingesäumten Kanälen, die aber auch die totale Aufmerksamkeit des Rudergängers erfordern. In Tatorp müssen wir wieder beim Schleusentoröffnen und -schließen helfen. Die Jungs sind der niedlichen Schleusenwärterin natürlich gerne behilflich bei der ‘schweren’ Arbeit. Hier ist übrigens der höchste Punkt des Göta Kanals, von nun an geht’s bergab. Bevor wir in Töreboda, unserem heutigen Etappenziel, festmachen, passieren wir Schwedens kleinste Seilfähre, die nur Fußgänger und Fahrradfahrer befördert. Wir haben heute insgesamt 2 Schleusen, 9 Brücken und 3 Seen passiert, haben eine Strecke von 20 Seemeilen zurückgelegt und befinden uns jetzt 91,8 m über dem Meeresspiegel. All’s well on board – Marlene.