Flipper!

In See, 50 nm südlich von Lista, Norwegen. Endlich Flipper. heute, Sonntagabend um etwa 21.00 kam eine Schule von etwa 6 grossen Delphinen zu uns und haben uns ein Stück gezogen. Wir glauben dass es White Beaked Dolphins(wir haben nur ein englisches Delpinbuch) sind, übersetzt wohl Weissschnabeldelphine. Allesamt etwa 2,5 bis 3m lang. An dieser Stelle und auch weiter westlich Richtung Schottland haben wir schon oft welche gesehen. Es ist für uns jedesmal eine unglaubliche Freude. An Bord hier alles wohlauf, wir haben nur noch 50 Meilen nach bis vor die Einfahrt von Kirkehamn, kurz hinter Lista. wir hoffen, dass wir es bis dort schaffen, bevor der Wind dreht. Nach Meeno Schraders Wetterbericht soll das in den nächsten 4 Stunden passieren. Zum Abendbrot Nudeln mit Tomatensosse, einfach aus Zwiebeln, Tomatenmark und Kondesmilch, etwas Honig. Rechnerischer Einlauftermin in Kirkehamn ist Montagmorgen um 4.30. Wenn wir dann ausgeschlafen sind machen wir weitere Pläne. Gleich um die Ecke ist der Minifjord Ana Sira, kurz dahinter Egernsund. Von dort sind es etwa 200 Meilen bis Fair Isle, aber dazu brauchen wir gern eine Östliche Wetterlage. Sea U Bert

Alles ruhig.

In See, Nordsee, Monkey Bank. Heute vor dem Morgengrauen kam Nebel. Wind weg, Maschine läuft. Diverse Begegnungen mit grossen Schiffen liessen es nicht zu langweilig werden heute Nacht. Der Autopilot hat durchgehalten, wir auch. Unser Ziel ist zZt Kirkehamn, nicht weit hinter dem Südkap von Norwegen, Lista. Kirkehamn ist ein winziges Dorf mit hübschen bunten Häusern, wie üblich hier. Noch 100 Meilen haben wir zu schippern. Rechnerisch sollen wir dort um 4.30 am Montagmorgen einlaufen. Sea U Bert

Alles läuft.

In See, Nordsee. Heute morgen sind wir mit südlichem Wind und ablaufendem Wasser von Helgoland ausgelaufen nach Norden. Bei Nathurn haben wir meinem dort seebestatteten Bruder Fidi einen Blumengruß geschickt. _/)_ Der Wind dreht östlicher, jetzt stehen alle Segel (Klüver, Fock, Groß und Besan). Ruhiges Wetter, moderater Wind, die Sonne scheint. Wir pelzen (= duschen) an Deck mit Seewasser, herrlich. Der Autopilot macht seinen Job hervorragend. Große Erleichterung bei Schipper und Crew. Erstmal herzlichen Dank an Arne für die Telefonseelsorge und die richtigen Tips. Und ganz herzlichen Dank an Reiner von SY Balou (auf dem Weg in die Karibik) – der Hinweis, den Kabelquerschnitt zu vergrößern, ist sofort in die Tat umgesetzt worden. Was jetzt allerdings den Fehler am Autopiloten behoben hat, wissen wir auch nicht. War’s die Einstellung am Gerät, der Tausch des Elektromotors der Hydraulikpumpe oder das dicke Kabel – keine Ahnung. Egal, er läuft, mehr will ich gar nicht. Abendessen: Chop Suey mit Curryreis. Leckerst! Die Sonne geht unter, ich muss in die Koje. Meine Freiwache geht von 21 – 01 Uhr, Bert hat jetzt Wache. All’s well on board – Marlene

Nun soll es losgehen!

Helgoland. Nun drückt doch bitte alle die Daumen, dass die Sache mit dem Autopiloten gut geht. Wenn alles klappt, setzen wir unseren Kurs direkt auf Fair Isle ab. Da der Wind jedoch unstet vorhergesagt ist, kann es genauso sein, dass wir Richtung Schottland, Peter Head, oder Richtung Norwegen, etwa Egernsund, laufen. Wir werden berichten. Von unterwegs per Kurzwelle und leider ohne Fotos. Sea U Bert

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Morgenstund

Helgoland. Erstmal mit Mani die große Lage besprechen.

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Eingeweht auf Helgoland.

Helgoland. Wir sind eingeweht. Das macht überhaupt nichts, weil wir ja auf unserer Lieblingsinsel sind. Zur Zeit weht es hier mit gut sieben Windstärken und der Hafen ist dicht. Kein Schiff (außer dem Retter) ist in den letzten zwei Tagen ein- oder ausgelaufen. Aber wir haben noch ein technisches Problem. Wir haben einen neuen Autopiloten, der auf dem Weg zur Insel mehrfach in Überlast gegangen ist. Kein Problem, der alte ist ja noch eingebaut , also wieselflink umgestöpselt. Dabei habe ich einen Fehler gemacht und hab den alten Piloten gekillt. Wir haben nun den Elektromotor der Hydraulikpumpe gewechselt und hoffen, dass mit dem der neue Autopilot nun arbeitet. Erproben können wir das leider erst, wenn wir wieder rauskönnen. Der Plan ist nun, dass wir am Samstag Richtung Norden auslaufen, den Autopiloten auf der Strecke erproben. Wenn er zickt, zurück Richtung Glückstadt, wenn er läuft nach Norwegen, z.B. Egernsund oder Ana Sira, oder auch je nach Wind, unser altes Ziel Fair Isle. Also, Daumendrücken hilft immer. Sea U Bert

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Das Helgoländer Steinkistengrab

Helgoland. Wir haben es durch den spannenden Film von Arne Schröder kennengelernt. Nun, weil wir auf Deutschlands einziger Hochseeinsel eingeweht sind, endlich life. Es stammt aus der Bronzezeit, als Helgoland noch Festland war und wurde vor gut 120 Jahren von der Insel nach Berlin gebracht, wo es wie durch ein Wunder den Bombenhagel des zweiten Weltkrieges überstand. 2008 wurde es zufällig wiederentdeckt und eine aufwändig hergestellte Replik steht nun hier. Rechts hinten, zum Größenvergleich, Marlene. Sea U Bert

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Es geht bergauf.

Helgoland. Nach vier Tagen hat der Schipper heute zum ersten Mal seine Heimkehr verlassen und ist die steilen Stufen an der Hafenmauer hochgeklettert. Appetit hat er auch und er meckert schon wieder rum.
Voller Tatendrang hat er sich dem nörgelnden Autopiloten gewidmet und den Ersatzmotor eingebaut. Aber das war noch nicht die Lösung. Wir haben ein Ersatzteil in Oberndorf liegen, das müssen wir wohl holen. Ach ja, und dann soll auch noch viel Wind kommen.
Fast all’s well on board – Marlene

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