Im Göta Kanal. Montag (gestern) haben wir 15 Schleusen, 9 Brücken und 2 Seen passiert. Von 9.30 – 20.10 Uhr haben wir 30 Seemeilen geschafft und sind 33,3 m über dem Meeresspiegel. Die ersten Schleusungen waren noch etwas hektisch, aber bald wusste jeder, was zu tun ist, und der Skipper musste gar nicht mehr so viele Kommandos geben. Wir sind sehr froh, dass Julia und Marco diese Kanal-Reise mitmachen. Acht Hände schaffen einfach mehr als vier. Für Marco haben wir die sportlichste Aufgabe ausgesucht: er wird vor der Schleusenkammer irgendwie an Land abgesetzt, was allerdings meistens nur mit einem kühnen Sprung von Bord zu schaffen ist. Da ist er mittlerweile Sprungweltmeister. Julia wirft die Vorleine auf die hohe Schleusenmauer, was auch meistens gelingt. Dann flitzt sie schnell nach achtern und bewaffnet sich mit einem Bootshaken, um die anderen Boote abzuwehren, die uns rammen wollen (oder wir die). Ich werfe Marco die Achterleine zu, die er flitze-flink auf den großen Steinpollern belegt. Dann noch eine zweite Achterleine, weil der Schleusenwärter das so will. Die wird dann immer schön auf Zug gehalten. Der Skipper hat (natürlich) die verantwortungsvollste Aufgabe: er muss Heimkehr in die Schleusenkammer manövrieren, dann auf der elektrischen Zentralwinsch die Vorleine auf Zug halten und – ganz wichtig – an seine Crew Kommandos geben. Abends sind wir völlig geschafft. Aber sonst ist alles WELL on board. Marlene