Funkrunden. Es gibt einige Dinge, ohne die ich nicht über Ozeane segeln würde. Dazu gehört eine Kurzwellenanlage, das hab ich schon berichtet. Die Funkrunden entstehen im Hafen vor dem Auslaufen oder am Ankerplatz. Die Kurzwellenfunker erkennt man ja schon an der Antenne und da ist der Kontakt schnell geknüpft. Die Idee, jeden Abend auf z.B. 8122 kHz um 19.00 Uhr UTC zu schnacken, haben fast alle Segler mit Freude aufgenommen. Schon nach kurzer Zeit bildet sich dann eine Runde. Einer muss sie führen (Net-Controler) und wir begannen immer mit Position, Wetter und Strömung. Da die Yachten auf den Ozeanen meistens eine Richtung fahren, bildet sich ruckzuck eine Infokette über den ganzen Weg. Wir wussten auf unserer letzten Atlantiküberquerung immer, wie das Wetter auf der ganzen Länge war. Natürlich gibt es auch ganz andere Dinge, so brauchte eine Yacht antibiotische Augentropfen, wir hatten sie. Eine Yacht bekam die Batterien nicht voll, aber eine dritte Yacht hatte den Elektriker an Bord. Mit gegenseitiger Beratung wurde mitten im Atlantik ein Dieselfilter aus Socken und Küchenrolle gebaut. Kurzum: Gegenseitige Unterstützung jeden, meistens technischen, manchmal medizinischen Inhalts. Man (und Frau) hat 1000 Meilen Wasser um sich herum und ist trotzdem nicht allein. Das tut gut. Sea u Bert