St. Peter Port, Guernsey. Heute haben wir uns erstmal um Heimkehr gekümmert. Die Ruderwellenabdichtung als Erstes. Wir haben hier eine Werft, die uns rausnehmen könnte, aber wir würden die Arbeit natürlich lieber im Winter zu Hause machen. Erstmal ein Blick in das Buch von Michael Herrmann ‘Technik unter Deck’, ein Buch das jeder Segler an Bord haben muss, der weiter als Cuxhaven oder Kiel segelt. Ein weiteres Buch von ihm ist ‘Elektrik auf Yachten’, auch so ein blaues Wunder, in dem alles drinsteht und mit wunderbaren Computergrafiken alles so fein erklärt.
Nun wird’s technisch. Die Ruderwelle steckt in einer Nylonbuchse, die Abdichtung ins Schiffsinnere erfolgt mit einem Simmering. Durch diesen Simmering ist eine kleine Menge Wasser eingedrungen. Leider ist das obere Ende des Kokers unter der Wasserlinie. Über einen Schmiernippel haben wir unter ständigem Ruderlegen Fett in den Koker gedrückt, der den Simmering und die lange Buchse schmiert. Durch den Druck des Fettes von unten und des Wassers von außen werden die Dichtlippen des Simmerings angepresst. Alles dicht. Der Simmering zeigt auch keine Auffälligkeiten, alles rund und glatt. Um den Koker oben haben wir mit Kabelstraps zwei Küchenschwammtücher gebunden. Die können wir mit einem Blick durch die Inspektionsluke sehen und sofort erkennen, ob sie nass sind. Kleinstmengen würden die Tücher aufnehmen und verdunsten lassen. Sollte es erneut lecken, läuft das Wasser in die Stopfbuchsenbilge der Backbord-Maschine, diese entwässert in einen Kanister in der Bilge und darin steckt ein Wasseralarmgeber. Hosenträger und Gürtel also. Wir haben entschieden, so weiterzusegeln. Sea u Bert

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