Author: Bert

Wir sind in Camaret.

Vor dem Einlaufen haben wir heute morgen um 6 Uhr einen kleinen Badestop eingelegt, weniger zum Ohrenwaschen, sondern um zu den Propellern zu tauchen und nachzusehen, ob da noch irgendetwas drinhängt. Die frühmorgendlichen Erkenntnisse: 1. das Wasser ist saukalt, 2. wir haben nichts im Propeller, aber eine Kardeel von einer Kunststoffleine hing an einer Zinkanode am Ruderblatt. Also wird wohl was gewesen sein. Camaret ist ein hübscher kleiner Ort, wir haben prima Liegeplatz in der Marina und leckere Cafes und Restaurant drumherum. Nun pennen wir ertmal. Sea u Bert

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Frühstück.

Alles ist in einer Box, im Seegang eine große Hilfe. Jeden Morgen ein schicker Obstteller. Macht Leni.

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Blechnapf.

Der Pott aus dem Reiskocher, trotz hoher See etwas Warmes zu essen.

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Netz in der Schraube? – Land in Sicht!

In See, Biskaya. Noch 8 Meilen bis zum Ansteuerungs-Wegpunt, noch 17 Meilen bis zum ersten Baguette. Wir haben die stark befahrene ‘Autobahn’ verlassen, haben die Ausfahrt nach Camaret-sur-Mer genommen. Lassen die großen Pötte, die Richtung Englischen Kanal laufen oder von dort kommen, hinter uns. Plötzlich ein klopfendes Geräusch an Backbord, ein rhythmisches Schlagen unterm Schiff, an der Welle, an der Schraube? Was ist das? Bert kramt sein Hörrohr raus (ein hochtechnisches Gerät in Form eines Holzstabes mit knopfähnlicher Verdickung am Ende), horcht am Lager und am Getriebe. Oha, jetzt nicht noch einen Schaden so kurz vorm Ziel. Der Vergleichshörtest mit Lager und Getriebe an Steuerboard ist eindeutig: da stimmt was nicht. Maschine stop, abhören, Maschine rückwärts, abhören, Maschine vorwärts, abhören. Beim Einkuppeln in den Rückwärtsgang poltert und rumpelt es tüchtig. Hatten wir etwas in der Schraube? Das Geräusch ist weg, zu sehen ist achteraus nichts. Es könnten noch Reste von einem Netz oder ähnlich in der Schraube sein, denn manchmal ist das Klopfen wieder da. Zu dunkel zum Tauchen. Wir dampfen weiter. ___/)___ Die letzte Nachtwache. Fast kommt bei mir Wehmut auf. Bei so ruhigem Wetter könnte ich wer weiß wo hinschippern. Die ersten Feuer kommen in Sicht. Untiefentonnen, Leuchtfeuer, überall blinkt es. Nach 9 Tagen großes weites Meer auf eine unbekannte Küste zuzufahren ist schon spannend. Jetzt heißt es wieder, die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser, die Gezeitenströme zu kennen. Lese im ‘Reeds’, der nautischen Bibel für die Seefahrer, nach. Da steht wirklich alles drin, ist sowas wie das Internet an Bord, wenn kein WLAN zur Verfügung steht. Erster Funkkontakt mit Frankreich. Die Funkerin von der Station L’Iroise will wissen, wer-woher-wohin. Rötlich-gelb-blauer Himmel über der Bretagne. Das ablaufende Wasser kommt uns entgegen, bremst unsere Fahrt. Macht nichts, wir wollen sowieso im Hellen einlaufen. Dann kommen wir eben eine Viertelstunde später in der Bretagne an. Die französische Gastlandsflagge ist gesetzt. Die Sonne geht auf. Erste Felsen sind zu erkennen. Ein gutes Gefühl. Geschafft. All’s well on board – Marlene