Author: Bert
Warum wir uns mit Engländern so gut verstehen.
Borkum. Das liegt wohl in der Familiengeschichte. Mein Großvater Albert Frisch, den ich leider nicht kennenlernen durfte, muss ein weitsichtiger Mann gewesen sein. Er war fest davon überzeugt, dass die Sache mit Hitler schiefgehen würde. Weiterhin meinte er, die Zukunft der Welt liege in der Internationalität, und er war sich sicher, dass die Sprache der Zukunft englisch sein würde. Er sorgte mit einem Trick dafür, dass mein Vater nicht in die Hitler-Jugend musste. Mein Vater war nämlich Leistungssportler, sein Sport war Hochseesegeln. Er segelte zahlreiche internationale Regatten, viele in England. Um gut Englisch zu lernen, verbrachte mein Vater als junger Mann ein knappes Jahr in Südengland. Fortsetzung folgt – sea u Bert
Flaschenpost.
Abschied von England.
Heimkehr wieder in Deutschland.
Borkum. Um 17.00 Uhr heute am Mittwoch sind wir in den Hafen meiner Geburtsinsel Borkum eingelaufen. Wir liegen im alten Marinehafen. Dieser Hafen und die Insel ist voller Geschichten aus meiner Familie. Heute allerdings schlafen wir erstmal. Morgen mehr. Sea u Bert
Terschelling querab.
In See, Nordsee. Das berühmte Leuchtfeuer Brandaris ist seit einigen Stunden in Sicht. Wir sind also an der linken Nordwestecke von Holland. Der Morgen kommt wieder etwas grau daher. Aber ein paar Löcher sind wohl drin. Drückt mal die Daumen, Sonne hilft gegen alles. Sea u Bert
Sonnenschein in der Nordsee.
In See, Nordsee. Was für ein Gefühl, hier einfach so ‘Nordsee’ hinzuschreiben. Was da alles schon stand: Atlantik, Biskaya, Caribische See, Chesapeake Bay oder Narragansett Bay in Rhode Island. Oder vor Anker Cnoception Island. St. Georges Harbour Bermuda. Etwas Wehmut kommt in uns auf, sind wir doch beim letzten Teil unserer Reise. Querab liegt Texel, die Nordsee ist friedlich, der Seegang ist schon unter 2 Meter und wie schon oben gesagt, die Sonne schien. Da war die Nordsee mehr grün als grau. Das war schon viel netter. Jetzt ist dunkle Nacht um uns herum, die Bohrplattformen, Tanker, Frachter und Fahrwassertonnen ersetzen das Funkeln der Sterne, die sind verdeckt von dicken Wolken. Wenn alles so gut weiterläuft und die Tide mitschiebt, sind wir morgen Nachmittag auf Borkum. Drückt mal die Daumen. Abendessen heute: Hühnersuppe mit Sellerie und Möhren, dekoriert mit frischen Korianderblättchen. Alles sehr magenfreundlich. Mein kleiner Maschinist ist nicht gut drauf. Sie leidet sehr unter dem Verlust ihres Bruders. Sea u Bert
Die Nordsee trägt den grauen Anzug.
In See, Nordsee. An die Farbe müssen wir uns noch gewöhnen. Wir haben keinen Wind, aber etwa zwei Meter alten Schwell. Bohrinseln überall. Borkum wollen wir morgen abend erreichen. Wir hatten ein Etmal von 140 Meilen. Zur Zeit kommt der Strom leider wieder von vorn, das bedeutet 3 Knoten über Grund. Heute nacht ging’s andersrum, da waren es acht. Sea u Bert
Bischen schlapp.
In See, Nordsee. Der erste Tag auf See ist immer etwas schwer. Obwohl es heute so gemütlich losging. Jedenfalls waren wir heute beide etwas schlapp. Wie soll denn das in der Ostsee werden, da gibt’s doch dann immer nur erste Tage??. Das Wetter ist verträglich und wir laufen am Rande eines Verkehrstrennungsgebietes entlang. Stockdunkel aber gute Sicht. Nach langer 3 Knotenzeit gegen den Strom laufen wir jetzt um 23.00 wieder 5. Freu mich auf meine Koje. Zwei Stunden noch. Sea u Bert
Flaschenpost.
In See, Englischer Kanal, querab von Dover. Auf der Position 51°01’98 Nord / 01°15’35 Ost haben wir soeben im Auftrag des fernsehbekannten Oberndorfer Kreativ-Kaufmanns Albertus Lemke eine Flaschenpost mit geheimem Inhalt der See übergeben. Die macht sich jetzt auf den Weg nach Amerika. Sea u Bert