Author: Bert

Fichtennadelduft.

Grimstadt, Norwegen. Dies ist der Leuchtturm Homborsund. Vor vielleicht 25 Jahren war ich unterwegs mit der alten Heimkehr von Skagen nach Kristiansand. So etwa nach 2 Dritteln der Strecke kam plötzlich dicker Nebel. Die Navigationsausstattung war damals zeitgemäß dürftig. Kompass und Echolot, allerdings eines, das max. 12 m Tiefe anzeigen konnte. Wir sind dann ganz vorsichtig auf die Küste zu. Im frühesten Morgengrauen roch es plötzlich nach Fichtennadel. Wald, dicht bei. Wenige Minuten später sah ich durch den Nebel die Kennung von Homborsund. Der Nebel riss auf, wie durch einen dicken Wattevorhang sind wir durch die Felsen geschlüpft, haben gleich am ersten Felsen festgemacht. Unmittelbar danach schloss sich der dicke Vorhang wieder. Ist schon einfacher heute mit GPS und Radar. Sea U Bert

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Der zweitgrößte Kran der Welt…

….ist uns in Stavanger begegnet. Saipem 7000 hat zwei gigantische, alles an Land überragende Kräne. Sie heben zusammen 14000 Tonnen. Das entspricht 333 Heimkehrs mit je 42 Tonnen. (Aber es gibt ja nur eine!). Das Biest ist 198 m lang und 87 m breit und kann sich mit Hilfe seiner Ballasttanks bis auf 27 m Tiefgang absenken. Es wiegt dann 172 000 Tonnen. So wie auf dem Bild hat er nur 10 m Tiefgang. Der eigene Antrieb hat 70 000 Kw und kann das Viech auf 9,5 Knoten bringen. Besatzung, je nach Job, bis zu 700 Mann. Auf einem Bild hat er zwei Kisten am Haken, das sind zwei erwachsene 20 Fuß-Container. Ein anderes Bild zeigt das Gefährt von unten. Darunter kommen nochmal 10 m Tiefgang. Einfach unvorstellbar. Übrigens, der Allergrößte trägt nur 200 Tonnen mehr. Völlig beeindruckt: Unsere Maschinistin, die hatte den 160 Tonnen Kran für groß gehalten, der uns früher in Glückstadt ins Wasser gehoben hat. Auch Platt: Bert

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Belohnung

Noch eine Belohnung gab es abends für uns, ein Orgelkonzert in der alten Kirche. Wir hätten sie Organistin kennengelernt und die hat und mitgeschnackt. Sie ist eine der vielen deutschen Auswanderer die wir getroffen haben. Das Konzert war toll. Sea U Bert

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Arbeitstag.

Lillesand. Herrliches Wetter zum Arbeiten. Klüverbaum schleifen, dann lackieren. Dann die Stellen mit grauer Farbe ausbessern, dann die mit weiß und schließlich blau inklusive der Neulackierung der Schürze (das ist das blaue Dings oben ums Ruderhaus herum). Wenn Johannes Erdmann von der Zeitschrift ‘Yacht’ jetzt die Heimkehr sehen könnte, würde er bestimmt gleich noch ‘ne Geschichte machen. Erst gestern stand ein Segler vorm Schiff, der die Heimkehr in der ‘Yacht’ gesehen hatte. Das Frühstück nach der Malerei im Cafe haben wir uns verdient, finden wir. Sea U Bert

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Marlene + Bert Frisch Braak 11 21787 Oberndorf / Germany Phone: +49 1712103433 Mail: heimkehr-hamburg@t-online.de Website: www.heimkehr-hamburg.de

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Lillesand.

Noch vor dem Aufstehen sind wir heute morgen aus Mandal ausgelaufen. Wir sind ganz raus ins Skagerrak, weil die Fahrt durch die Schären sehr kompliziert ist. Kein Wind, wir sind die ganze Strecke gedampft. Draußen war alles ruhig und daher eine bequeme Angelegenheit. Nach der ausgesprochen ruppigen Nacht davor eine Erholung. Lillesand ist ein kleiner, niedlicher Ort, den wir schon von früher kennen. Seit längerem dürfen wir auch mal wieder Liegegeld bezahlen. 300 NOK, entsprechend 38 €. Wenn morgen früh das Wetter gut ist, wollen wir etwas malen. Der Klüverbaum soll lackiert werden und Grau, Weiß und Blau muss ausgebessert werden. Danach gibt’s Frühstück. Sea U Bert

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Eine Nacht mit Marlene.

Mandal. Eine Nacht durchzusegeln, klingt ja nicht schlimm, wenn’s aber nur eine ist, und damit die erste, dann ist’s immer sehr anstrengend. Der richtige Wachrhythmus stellt sich nicht ein. Von unserer Atlantiktour haben wir das nicht schwierig in Erinnerung. Nach 36 Stunden liegen wir nun in Mandal, Norwegens südlichster Stadt. Von der werden wir nicht so viel sehen, wir wollen erstmal schlafen. Die beiden Leuchttürme Lindesnes und Ryvingen haben immer Nachtdienst. Sea U Bert

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Leuchtfeuer Lista in Sicht.

In See. Eine sternenklare Nacht liegt hinter uns, ein wunderschöner Morgen vor uns. Noch versteckt sich die Sonne hinter den hohen Felsen, aber ihre Strahlen färben die Federwölkchen in leuchtendes Rot-Orange. Der Gegenstrom lässt etwas nach, wir laufen nur mit ausgebaumtem Klüversegel vorm Wind immerhin vier Knoten. Wackeln tut’s immer noch, aber wir haben uns dran gewöhnt. All’s well on board – Marlene

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Wir sind auf See.

In See, vor Egersund. Heute morgen war der Wind ok, da haben wir uns entschieden erstmal 24 Stunden durch zu laufen. Wir segeln seit heute Mittag genau vor dem Wind. Eine elende Schaukelei, wie im Atlantik. Wir können nur ein Vorsegel fahren und haben auch noch Gegenstrom. Wir kriechen hier also mit knapp 3 Knoten an der norwegischen Küste runter. Wir hoffen, dass wir morgen früh bei Lista sind. Trotzdem sind wir ganz fröhlich dabei. Gute Wache! Bert

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