St. Peter Port, Guernsey. Unsere Freunde Momo sind unterwegs von Darwin nach Christmas Island. 1500 Meilen. Jetzt sind noch kapp 1000 Meilen nach und das Wetter ist gut. Brigitte isst kein Fleisch und hat mir beigebracht, dass es auch ohne geht. Deswegen koche ich fast fleischfrei, wenn die Beiden auf langen Strecken unterwegs sind. Als kulinarisch-mentale Unterstützung. Brigitte macht wunderbare Reiseberichte, die immer sehr sorgfältig recherchiert und schick geschrieben sind. Und da der Uwe Fotograf ist, gibts natürlich auch immer tolle Bilder. Berichte life aus der Timor See unter: www.Momos-Meilen.de Und: Daumendrücken hilft! ___/)___ Das Rezept: Möhren und Süßkartoffeln fast garkochen, Zucchini im Wok mit Öl und etwas Curry anbraten, Möhren und Sweetpotato dazugeben, eine Tomate ist auch gut. Eine kleine Hand voll Cranberries macht’s exotischer. Dünne Sahne (ich nehme z.Z. 12%ige Creme legere) und süße Soyasoße hinzugeben. Grobe Petersilie drüber. Wie wär’s denn?? Ein Tag fleischfrei nächste Woche für Momo??!!Für die Gesundheit ist’s auch noch gut. Sea u Bert
Wir waren heute auf der Bank…..
St.Peter Port und Guernsey.
Hier sieht es alles nach französisch-englischer Mischung aus. Neues und Altes gemischt. Mit Charme und gutem Brot wie in Frankreich. Zahlreiche graue und sehr stabile Betonbauten deutscher Herkunft erinnern an die Besatzungszeit. Von 5 Museen zu dem Thema haben wir schon gelesen. Dazu gehört auch ein unterirdisches Hospital. In den nächsten Tagen mehr darüber. 60.000 Einwohner hat die Insel. Die Nichtzugehörigkeit zur EU und die Nichtrichtigzugehörigkeit zu England macht die Insel wohl zu einem Finanzzentrum. Eine ganze Straße lang nur Beraterfirmen, alle feinen Namen sind vertreten. Eine große Geldwaschmaschine, heißt es in einem Artikel über die Insel. Für uns kein Thema, denn wir haben nur 400 Pfund an Bord und die sind blitzsauber. Ich glaube, die machen hier alles etwas anders als in England, um sich zu unterscheiden. So sind die Telefonzellen altenglisch, aber nicht rot sondern gelb. Das Geld sind Guernsey bzw. Jersey Pounds, die in England nicht genommen werden. Englische Pfund werden hier aber genommen. Von den Nichtvereinbarungen der Krankenversicherungen hatten wir schon berichtet. Polizeiautos sind von BMW. Verlockend ist für uns die Mehrwertsteuerfreiheit für Schiffszubehör und der zollfreie Diesel für etwa 75 € Cent. Da wir für knapp 2000 Liter Platz im Tank haben, sparen wir einen Haufen Geld. Tut mir leid Helgoland. Sea u Bert
Tidenhub.
Erst die Arbeit….
St. Peter Port, Guernsey. Heute haben wir uns erstmal um Heimkehr gekümmert. Die Ruderwellenabdichtung als Erstes. Wir haben hier eine Werft, die uns rausnehmen könnte, aber wir würden die Arbeit natürlich lieber im Winter zu Hause machen. Erstmal ein Blick in das Buch von Michael Herrmann ‘Technik unter Deck’, ein Buch das jeder Segler an Bord haben muss, der weiter als Cuxhaven oder Kiel segelt. Ein weiteres Buch von ihm ist ‘Elektrik auf Yachten’, auch so ein blaues Wunder, in dem alles drinsteht und mit wunderbaren Computergrafiken alles so fein erklärt.
Nun wird’s technisch. Die Ruderwelle steckt in einer Nylonbuchse, die Abdichtung ins Schiffsinnere erfolgt mit einem Simmering. Durch diesen Simmering ist eine kleine Menge Wasser eingedrungen. Leider ist das obere Ende des Kokers unter der Wasserlinie. Über einen Schmiernippel haben wir unter ständigem Ruderlegen Fett in den Koker gedrückt, der den Simmering und die lange Buchse schmiert. Durch den Druck des Fettes von unten und des Wassers von außen werden die Dichtlippen des Simmerings angepresst. Alles dicht. Der Simmering zeigt auch keine Auffälligkeiten, alles rund und glatt. Um den Koker oben haben wir mit Kabelstraps zwei Küchenschwammtücher gebunden. Die können wir mit einem Blick durch die Inspektionsluke sehen und sofort erkennen, ob sie nass sind. Kleinstmengen würden die Tücher aufnehmen und verdunsten lassen. Sollte es erneut lecken, läuft das Wasser in die Stopfbuchsenbilge der Backbord-Maschine, diese entwässert in einen Kanister in der Bilge und darin steckt ein Wasseralarmgeber. Hosenträger und Gürtel also. Wir haben entschieden, so weiterzusegeln. Sea u Bert
Weiß jemand, was das bedeutet?
Steht auf der Straße. Sollen die Autofahrer hier an den nächsten Filterwechsel denken?? Marlene und Bert bitten um Zuschriften.
Zollbox
St. Peter Port, Guernsey. Wenn das aufwändige Zollformular ausgefüllt ist, kommt’s in diese Box. Fertig. Wir haben sogar wahrheitsgemäß den Salatkopf eingetragen, den wir an Bord hatten. Sea u Bert
Eingelaufen nach St. Peter Port.
St. Peter Port, Guernsey. Ich hatte den Hafen viel kleiner in Erinnerung. Kein Wunder, das Schiff mit dem ich letztes Mal hier festgemacht habe, war etwas größer. Ein Minensucher der Royal Navy. So etwa 35 m lang. Die Sache mit der starken Strömung war damals mit 5000 PS auch nicht so schlimm. Die Kanalinseln gehören nicht richtig zu England und nicht zur EU. Wir müssen auch aus England kommend die gelbe Flagge setzen und Leni füllt schon seit 20 Minuten das Zollpapier aus. Blöd finden wir, dass wir hier überhaupt nicht krankenversichert sind. Unsere weltweite Versicherung haben wir beim Ereichen von Europa gekündigt. Wer denkt schon an sowas. Also nicht stolpern. Sonst sieht’s hübsch aus hier. Wir liegen an einem Pontoon, Anleger ohne Steg an Land. Das macht man hier so wegen des gewaltigen Tidenhubs von 9 Metern. In der Marina selbst liegen die Yachten hinter einem Süll, bleiben also schwimmend. Wir dürfen nicht rein, zu lang. Seaa u Bert
Ausgelaufen nach Guernsey.
In See, Englischer Kanal. Etwas holprig hier auf der Kanalstraße. Wir sind um 15.00 ausgelaufen. Der Tidenhub dort ist 9 (!) Meter. Wir sind gespannt. Morgen früh um 6.00 wollen wir an der Südwestecke sein. Wir hoffen in St. Peters Port einen Platz zu bekommen. Es ist Hochsaison und die Franzosen haben Ferien. Frankreich ist nur 15 Meilen entfernt. Gerade haben wir einen gewaltigen Schleppzug getroffen, ein riesiger Schwimmkran, 35 m breit und 95 m lang. Zwei Schlepper davor. Ich denke das ist so einer, mit dem die großen Offshore Windmühlen gebaut werden. ____/)____ Damit’s nicht langweilig wird: Leni entdeckt bei ihrem Kontrollgang eine kleine Menge Salzwasser unter der Bb Stopfbuchse. Das ist die Seite, an der wir sowieso ein problematisches Drucklager haben. Wir verfolgen die Wasserspur zurück, es kommt aus dem Stb Ruderkoker. Kleine Spritzer kommen je nach Seegang an dem Simmering vorbei. Die Wassermenge ist gering, aber sehr ärgerlich, weil der gesamte Koker unter der Wasserlinie liegt. Wir sind also auf die Dichtigkeit des Systems angewiesen. Alles blitzsauber gemacht und Fett in den Koker gedrückt. Seitdem kein Tropfen mehr. Zur besseren Kontrolle haben wir eine Art Manschette aus Küchenschwammuch um den Koker gebaut, um Kleinstmengen aufzunehmen und gegebenfalls verdunsten zu lassen. Auch lässt sich so mit einem Blick sehen, ob erneut Wasser ausgetreten ist. Für alle Fälle haben wir unsere Möglichkeiten überprüft und herausgefunden, dass es einen 75 Tonnen Lift in St. Peters Port gibt. Reperaturen sind dort mehrwertsteuerfrei, was verlockend klingt. Da die Werft eine Volvo Vertretung ist, könnte die auch die Aquadrive Drucklager machen. Wir werden das mal checken. Lieber würden wir das alles natürlich zu Hause in der Yachtwerft Glückstadt machen. Sea u Bert