In See, Atlantik. Noch 240 Meilen bis Camaret. Ist das wirklich das gleiche Meer wie in den letzten Tagen? Wir genießen es, sozusagen freihändig zu stehen, etwas hinzustellen, was nicht sofort wieder in die Ecke fliegt. Kein verkrampftes Sitzen, alle Muskeln angespannt. Das tollste: wir essen wieder von Tellern, nicht mehr aus dem Blechnapf. Und die Nespresso-Maschine funktioniert ohne Extrem-Krängung auch wieder! So macht’s Spaß. Ok, wir werden nicht leichtsinnig, eine Hand ist immer bereit zum schnellen Zupacken. Der Schwell ist noch da, aber es kommt uns vor wie ein sanftes Wiegen nach dieser Bolzerei. Getriebe- und Motorölstandsmessungen sind allerdings zuverlässig nicht möglich. Fünfmal messen, Mittelwert bilden, anders geht’s nicht. Wir starten den Wassermacher, füllen das verbrauchte Wasser auf. Nach viereinhalb Stunden sind beide Tanks wieder voll. Neues Hörbuch: Die Siedler von Catan. Noch nicht so spannend, aber kann ja noch werden. Ich lese einen Elbe-Weser-Krimi: ‘Tödliches Tabu’ von Reinhold Friedl. Wer im Cuxland lebt, muss dieses Buch unbedingt lesen. Man erkennt sein Zuhause, seine Nachbarn wieder und muss aufpassen, dass man nicht selber drin vorkommt. Einfach spannend und zum Schmunzeln. ___/)___ Jetzt um 3.30 Uhr reißt die Wolkendecke auf und am Osthorizont kündigt sich unser achter Tag auf See an. Ein gelb-rötlicher Streifen, darüber dunkle Wolken. Mond und Sterne waren auch in dieser Nacht nicht zu sehen. Der Wind (eher Windhauch) dreht acherlicher, der Klüver muss eingerollt und der Bulle am Großsegel dichter gesetzt werden. Schweren Herzens muss ich meinen Skipper wecken (sanftes Kraulen am Fuß) und mein Vorhaben ankündigen. Alleine oder ohne Absprache geht nachts keiner an Deck. Eiserne Regel, aber überlebenswichtig. ___/)___ Allen ein schönes Wochenende, wir gehen segeln (wie Reiner, fair winds und schöne Ferien). All’s very well on board – Marlene