In See, grüner Atlantik. Und wenn es regnet, dann trägt er einen grauen Kittel über dem Grün. Aber eine Süßwasserdusche tut dem Schiff gut, wäre für uns auch mal wieder fällig. Also heute beim Segelmanöver Regenjacken. Wenn das so weiter geht mit dem Wetter, müssen wir die warmen Pullover suchen. Die sind tief vergraben. Ansonsten bin ich mit dem Zollstock unterwegs, um die Wellenberge zu messen. Die versprochenen Wellenhöhen von 2,70 m kann ich nirgends finden, sind immer noch ziemliche Brocken. Na, vielleicht 30 cm niedriger als heute Morgen. Der Wind spielt mit uns Katz und Maus. Mal ist er links von uns, mal rechts. Mal pustet er mit 18 Knoten, dann haucht er mit 7. Ziemlich launisch, typisch männlich (DER Wind). Wie DER Atlantik, oder heißt es DIE See? ___/)___ Gegessen haben wir den Rest vom Hühnerreis und später den schön durchgezogenen Weißkohlsalat. Sehr lecker. Unser Azorenbrot ist fast alle und Bert eröffnet die Hochsee-Bäckerei. Es duftet im ganzen Schiff nach frischem Brot. Freu ich mich aufs Frühstück! Die Angelei haben wir wegen des Seegangs aufgegeben. Zu wenig Hände, um einen Fisch zu filetieren und zu viel Schiss, dass die Angelleine in die Schraube gerät. Wir haben noch Heringsfilet in Tomatensoße. Eine Dose aufmachen ist bequemer und sicherer. ___/)___ Die Nachtwache ist bisher ohne besondere Vorkommnisse. Bert hatte vorhin eine Frachterbegegnung, auf dem Radar und mit dem AIS-System (AIS = Automatic Identification System oder: Auch Ich Sehe, oder; Alles In Siht) auf dem Kartenplotter prima zu erkennen. Ich hab auf dem Radar nur Regen, den kann man auch toll erkennen. Der Seegang wird erträglicher, endlich. Das haben wir uns verdient. All’s wieder well on board – Marlene