{"id":2152,"date":"2011-06-15T01:41:02","date_gmt":"2011-06-15T00:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/heimkehr-hamburg.de\/blog\/index.php\/2011\/06\/15\/wir-hatten-eine-wilde-nacht\/"},"modified":"2011-06-15T01:41:02","modified_gmt":"2011-06-15T00:41:02","slug":"wir-hatten-eine-wilde-nacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.heimkehr-hamburg.de\/log\/?p=2152","title":{"rendered":"Wir hatten eine wilde Nacht."},"content":{"rendered":"<p>Horta, Faial, Azoren. Es wehte mit 6 und manchmal mit 7 Windst\u00e4rken. Wenn&#8217;s so weht, gehen wir nicht von Bord. Wir haben einen Film gesehen. Gegen Mitternacht h\u00f6ren wir den Notruf einer der deutschen Yacht BLUE, die bei auflandigem Wind kurz vor dem Hafen Maschinenausfall meldet und sofortige Hilfe braucht. Der Seegang vor dem Hafen ist erheblich. Die Hafenmeisterei verspricht binnen 10 Minuten einen kleinen Schlepper zu schicken. Marlene sucht die Einfahrt mit dem Fernglas ab, es ist stockfinstere Nacht und es regnet. Sie entdeckt eine unbeleuchtete Yacht etwa 100 m vor vor den Felsen treibend. Es ist ANNIE, die kennen wir, hat sich von der Mooring losgerissen, niemand an Bord. Wir machen das Beiboot klar, auftanken, ziehen uns Schwimmwesten an, Funkger\u00e4te und Notausr\u00fcstung. Bert versucht \u00fcber Funk die Crew der BLUE drau\u00dfen zu beruhigen, deren Treibgeschwindigkeit ist nach unserem AIS nur 1,2 kn. Wir sausen zum Schlepper, in die schwarze Nacht. Dort angekommen machen wir dem Hafenmeister klar, dass dies ein weiterer Notfall ist und nicht die Yacht, die um Unterst\u00fctzung gebeten hat. Wir teilen BLUE mit, dass es parallel einen weiteren Notfall gibt und bitten um Geduld. Leni besetzt die treibende ANNIE und Bert beginnt sie mit unserem Schlauchboot in den Hafen zu schieben. Gro\u00dfes Geschrei am Bug, der Schlepper hat die Leinen von ANNIE in der Schraube und geht notm\u00e4\u00dfig vor Anker. Damit haben  wir Notfall Nummer drei. Leni l\u00f6st die Verbindung zum Schlepper und macht im Stockdunkeln das festgesetzte Ruder von ANNIE klar und meldet, dass sie sich steuern l\u00e4sst. Wir schieben ANNIE langsam von den Felsen weg. Kurz bevor wir HEIMKEHR erreichen, geht ein Squall mit gut 8 Windst\u00e4rken durch den Hafen, ANNIE schiebt 25 Grad Lage vor Top und Takel. Ein Wolkenbruch nimmt uns jede Sicht, wir sind durch und durch klitschnass. Der Schlepper meldet, dass er die Tampen aus der Schraube hat, geht ankerauf und nimmt BLUE auf den Haken. Wir bringen ANNIE bei der  vor Anker liegenden HEIMKEHR l\u00e4ngsseit und schaffen es, eine Leine r\u00fcberzubringen. Damit ist ANNIE erstmal gerettet. Die Nachbarn auf dem irischen Kutter kommen zu Hilfe. BLUE meldet eine seiner beiden Maschinen wieder klar. Grund des Ausfalls: auch einen Tampen in der Schraube. Wir k\u00f6nnen sie gemeinsam sicher an die Pier bringen, die Crew ist gl\u00fccklich. Danach bringen wir zusammen mit dem Schlepper und der Besatzung des irischen Kutters ANNIE an die Pier. Leni f\u00e4hrt das schwierige Man\u00f6ver auf ANNIE. 5 Minuten sp\u00e4ter ist pl\u00f6tzlich der Wind weg. Als wenn nichts gewesen w\u00e4re. Um halb drei sind wir in der Koje. Sonst war nichts besonderes los gestern. _____\/)_______ Ach so, vorgestern hatten wir eine schwedische Yacht aus Marstrand eingeschleppt, Maschinenschaden. Und gestern eine englische Yacht, die einen Tampen in der Schraube hatte. Man kommt hier nicht aus der \u00dcbung. Aufgrund der besonderen Umst\u00e4nde leider keine Fotos!  Sea u Marlene und Bert <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Horta, Faial, Azoren. Es wehte mit 6 und manchmal mit 7 Windst\u00e4rken. Wenn&#8217;s so weht, gehen wir nicht von Bord. Wir haben einen Film gesehen. 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